Der individuelle Blick auf das Kind, seine Themen und seine Fähigkeiten sind wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Durch genaues Beobachten wird Ihr Kind wahr- und ernst genommen und in den verschiedenen Bildungsbereichen mit vielfältigen und komplexen Impulsen gefördert. Die Dokumentationen der Beobachtungen werden von jedem Kind in einem individuellen Entwicklungsprozess-Ordner, dem so genannten "Portfolio" zusammen gefügt. Unser pädagogisches Konzept basiert auf dem in Deutschland entwickeltem Infans-Konzept. Mehr dazu unter www.infans.de.

Theorie des Konzeptes

„Die Kinder sind Akteure ihrer Entwicklung“

Jean Piaget

Die Kinder kommen mit einem Bestreben auf die Welt, alles darüber zu erfahren und mit den Beschaffenheiten dieser umgehen zu lernen. Dieses Lernbedürfnis ist eine große Antriebskraft, die jedes Kind zum Tätig-sein anregt. Die Selbsttätigkeit zuzulassen und zu unterstützen ist eine Basis für nachhaltiges Lernen und für gut gelungene Bildungsprozesse.

Nach dieser Auffassung wird Bildung als Leistung des Kindes zur Aneignung der Welt verstanden und Erziehung als Tätigkeit der Erwachsenen zur Anregung aller Kräfte der Kinder zu dessen Aneignungsprozess definiert.

Die Möglichkeiten Aufgabe der Erziehung liegen in der Gestaltung der Umwelt, Raumgestaltung und in der Gestaltung der Interaktionen im pädagogischen Alltag.

Module/Praxis des Konzeptes

Um die individuellen Bildungsprozesse der Kinder zu unterstützen und heraus zu fordern, werden die Kinder in ihren Spielsituationen wahrgenommen und beobachtet. In einem Auswertungsverfahren sind die Pädagogen bestrebt, ein größtmögliches Verständnis für die Bildungsthemen jedes einzelnen Kindes zu bekommen, um in einem individuellen Curriculum unterstützende Handlungsschritte planen zu können. Die Einrichtungsintern formulierte Erziehungsziele unterstützen das Team dabei. Die Ergebnisse dieser komplexen Planungs- und Umsetzungsarbeit, sowie die Interessen und Leidenschaften der Kinder werden schriftlich festgehalten und in einem sogenannten Portfolio gebündelt. Dokumentationen des pädagogischen Alltags erscheinen an den Wänden des Kindergartens um Eltern und Besucher die Prozesse der Bildungswege transparent zu machen.

 
Pädagogischer Alltag

Ein stabiles Umsetzungsfeld des Konzeptes macht ein geregelter Tagesablauf für Kinder und Erwachsene des Kindergartens möglich.

In dem Ablauf wechseln sich Freispielzeiten für selbstgewählte Tätigkeiten mit festen Bestandteilen des Tages wie:

  •      Morgenrunde (für tägliche Informationen des Zeitlaufes, Kalender)
  •      Frühstück, Mittagessen (in einer angenehmen Essensatmosphäre)
  •      Kinderrunde (Kommunikationskreis mit Gesprächsregeln in Kleingruppen)
  •      Ruheinsel (Erholungszeit mit Entspannungsritualen)

ab.

In einer fundierten Eingewöhnungszeit werden die Familien mit ihren Kindern von einer Bezugserzieherin empfangen und Schritt für Schritt in den Kindergartenalltag eingeführt. So entsteht eine sichere Basis für ein konstruktives und nachhaltiges Lernen in der die Freiheit mit strukturellen Grenzen erfahren werden darf.

Pädagogisches Raumkonzept

In den Räumen des Kindergartens spiegelt sich die Welt der Erwachsenen wieder und bietet den Kindern die Möglichkeit selbsttätig zu werden und dabei komplexe Erfahrungen zu sammeln. Dies passiert in den verschiedenen Bildungsbereichen und trägt zum ganzheitlichen Lernen bei.

Projektarbeit

Die Interessen und  Themen der Kinder werfen ernsthafte Fragestellungen und oftmals philosophische Diskussionen auf. Projektarbeit bietet einen sinnvollen Umgang mit diesen Sachverhalten, in dem Kinder und Erwachsene als Lernende in der Planung und Durchführung teilnehmen. Der forschende Blick auf die Welt mit all ihren Beschaffenheiten bewegt in einem nicht ergebnisorientiertem
Prozess dennoch zu einem Ergebnis.

So erleben die Ältesten im letzten Kindergartenjahr „das Projekt der zukünftigen Schulkinder“, erforschen alle Kinder des Kindergartens die Natur in einem „Waldprojekt“ und so entstehen interessenbezogene Kleinprojekte wie zum Beispiel „Werkstattausstellung“, „Künstler im Atelier“, „Musik- und Tanzprojekte“.

Kooperation mit Eltern

Die Familien des Kindergartens dürfen schon bei dem Ankommen bei uns eine angenehme  Atmosphäre der Offenheit genießen, die auf gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung beruht.

Wir legen Wert auf einen fortlaufenden und regen Dialog, der zur  Zufriedenheit aller Beteiligten beiträgt. Dazu sind wir in einer regelmäßigen Kommunikation in Form von portfoliogestützten Elterngesprächen, thematischen Elternabenden, gemütlichen Elterntreffs, gemeinsamen Ausflüge, lebendigen Festen und aber auch auf dem schriftlichen Weg in regelmäßigen Elternbriefen.

Wir arbeiten gern mit den verschiedenen Interessensgruppen der Eltern zusammen wie zum Beispiel Gartengruppe, Einkaufsteam, Festkomitee, Reparaturteam und unterstützen sie gerne in ihren selbstständigen Wirkungsfeldern.

 Kooperation mit Öffentlichkeit

Wir sind interessiert den Kindergarten auch nach außen zu vertreten. Dazu pflegen wir Kontakte mit der Deutschen Schule in Form von Kennenlernen der Räumlichkeiten bis zu gegenseitigen Besuchen.

Auch in der ungarischen Öffentlichkeit stellen wir uns im Rahmen von Informationsveranstaltungen des XII. Bezirkes vor.

Nachbarn, Verwandte, interessierte Erwachsene, die ihre Ressourcen mit Kindern gerne teilen sind bei uns herzlich Willkommen. Auf dieser Weise haben wir schon mit Handwerkern, Gärtnern und Architekten, oftmals auf ehrenamtlicher Basis, zusammengearbeitet.

Sprache

Ein Schwerpunkt des Alltags mit Kindern ist das Zusammenleben auf mehreren Sprachen. Auf unserer gemeinsamen Sprache Deutsch erleben die Kinder die Kommunikation in verschiedenen Foren. Neben der Morgenrunde als Informationskreis ist die Kinderrunde die Basis des sprachlichen Austausches. Hier werden sowohl die Regeln der Kommunikation angeeignet wie auch die sprachlichen Grenzen erweitert. Die Kinder erzählen auf Deutsch oder Ungarisch und die Inhalte werden durch Kinder übersetzt. Eine Erwachsene als Moderation unterstützt das Aufgreifen und die Aufarbeitung der Themen. Die Alltagssituationen wie Spielsequenzen und Essenssituationen pflegen die Kinder eine natürliche Mehrsprachigkeit, setzen ihr Sprachwissen ein, um auf ein gemeinsames Kommunikationsmittel zu kommen.

  • Morgenrunde
  • Kinderrunde
  • Leseecke

Bewegung

Bewegung im Kindesalter fördert nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige, emotionale und soziale Entwicklung. Bewegung bildet eine der ersten Ausdrucksformen des Kindes. Noch bevor ein Kind sich über Sprache artikulieren kann, drückt es über die körperliche Bewegung seinen Gefühlszustand aus. Sie bildet in diesem Sinne ein wichtiges Ventil für den emotionalen Ausdruck. Bewegungsanreize wie schiefe Ebenen, Kletter- und Balanciermöglichkeiten aus variablen Sportmaterialien selbst zusammen gestellt, erleben die Kinder einmal in der Woche in beeindruckender Größe in der Turnhalle der Deutschen Schule und täglich auf „kleinstem Fleck“ im Bewegungsbereich des Kindergartens. Der abenteuerlich angelegte Garten und Exkursionen in die Natur ergänzen die Bewegungswelt der Kinder mit natürlichen Elementen wie Bäume zum Klettern, Gebüsche zum Kriechen und Bordsteine zum Balancieren.

  • Turnhalle
  • Bewegungsbereich
  • Garten
  • Exkursion

Logik-Mathematik

Kinder sammeln bereits im Vorschulalter zahlreiche Erfahrungen in den Bereichen Form, Größe, Gewicht, Mengen, Relationen, Zeit, Reihenfolge, Zuordnung, Zählen, Zahlwörter und Ziffern in verschiedenen Alltagssituationen, denen bestimmte mathematische Strukturen zugeordnet werden können. Der mathematisch-logische Bereich greift dies und weitere mathematische Tätigkeiten wie Ordnen, Begreifen, Sortieren und Klassifizieren auf.

  • Forscherraum

Soziale Bezüge

Das Bedürfnis der Kinder sich zu verwandeln, in verschiedene Rollen zu schlüpfen ist ein Ausdruck der Ich-Entwicklung. Sich Verstellen, Schminken, Verkleiden und sich dabei in dem Spiegel beobachten bietet unterschiedliche Ebenen der Konfrontation mit dem Selbstbildes. Die Wiederholung dieser Tätigkeiten in verschiedenen sozialen Bezügen unterstützt die Kooperation- und Kommunikationsfähigkeit der Kinder. Das Erleben der Gefühlswelten der verschiedenen Rollen im Nachspielen der Alltagssituationen, gibt der emotionalen Entwicklung eine fundierte Grundbasis.

  • Rollenspielraum
  • Leseecke

Musik

Rhythmus, Töne, Gehörbildung…Musik mit allen Sinnen erleben. Die Wichtigkeit der Klänge und Töne drücken Kinder in allen Situationen aus, wo sie die Möglichkeit haben zu Singen, Musizieren oder mit all diesen Bestandteile des musikalischen Erlebens experimentieren. Die Verbindung zwischen Musik und Sprache wird auch deutlich, in dem man beim Singen auch fremde Sprachen mit einbezieht. Ebenso lässt man Bewegung mit musikalischen Elementen zu einer Einheit werden, in dem der Tanz, sowohl experimentell wie auch Volkstänze der Welt, im Mittelpunkt steht.

  • Musikbox
  • Singtreppe
  • Rollenspielraum

Mechanik und Konstruktion

Die Welt in Teile zerlegen und wieder zusammensetzen ist ein Grundbedürfnis jedes Kindes. Um ein Verständnis für Abläufe zu haben braucht es Situationen und Tätigkeiten in denen die Gesetzmäßigkeiten der physikalischen Welt erlebbar werden. Hier ist es besonders wichtig die Experimentierlust der Kinder nachzugehen und ihnen „echte“ Sachverhalte zur Verfügung stellen.

  • Forscherraum

Bildende Kunst

Ein elementares Bedürfnis jedes Kindes, stellt das Ausdrücken innerer Welten mit verschiedenen Techniken dar. Kreative Darstellung der eigenen Vorstellungen, Ausdruck der Gefühle in Farben, entstehen lassen von Bildern nach dem eigenen Erleben sind die Grundformen in denen die Kinder ihren Phantasie freien Lauf lassen können. Besondere künstlerische Materialien und Techniken, sowie das Kennen lernen großer Künstler sind wichtiger Bestandteil dieses Bereiches.

  • Atelier

Wissenschaft

Beschaffenheit der Materie und Veränderungen der Umwelt sind im Zentrum der kindlichen Wahrnehmung. Jede Altersstufe geht auf eigenem Niveau den Fragen nach der Farbe, Geschmack, Aussehen, Geruch, Konsistenz der Dinge neugierig nach. Das Beobachten der belebten und unbelebten Natur mit den Elementen und den Lebewesen gibt zunehmend Antwort auf diese Fragen und unterstützt die Kinder an der Konstruktion des eigenen Weltbildes.

  • Forscherraum
  • Garten